Olympia hautnah: Brückenschlag 1936-2036 hat großes Potenzial

Es ist gut und wichtig, dass darüber geredet wird. So sahen es viele, die am 17. Juni 2026 am Talk „Olympia hautnah“ der Deutschen Olympischen Gesellschaft Berlin teilnahmen. Im Coubertin-Saal des Manfred von Richthofen-Hauses ging es um die Frage: Kann und soll Deutschland 100 Jahre nach Olympia 1936 in Berlin – Spiele, die von den Nationalsozialisten missbraucht wurden – wieder Gastgeber sein?

 

In einem Impulsvortrag beleuchtete Historiker Dr. Berno Bahro von der Universität Potsdam die Olympischen Spiele von 1936 in verschiedenen Facetten: von den Zielen der Nationalsozialisten über Boykottbemühungen bis hin zur Inszenierung der Spiele. Veronika Nahm (Anne-Frank-Zentrum), Alfi Goldenberg (Makkabi Deutschland), Berno Bahro und Moderator Dr. René Wiese (Zentrum deutsche Sportgeschichte) sprachen anschließend darüber, welche Schlüsse aus der Geschichte für heute gezogen werden können. 

 

Dabei waren sich alle einig: Der Brückenschlag zwischen 1936 und 2036 habe großes Potenzial. Das gelte auch für die Jahre 2040 und 2044, für die sich Deutschland ebenso bewirbt. Olympische und Paralympische Spiele wären eine Chance für die Auseinandersetzung mit der Geschichte, für das Vermitteln demokratischer Werte und auch dafür, das vielfältige jüdische Leben heute in den Mittelpunkt zu stellen. Sport sei hier ein Ansatzpunkt, um Interesse zu wecken. Allein, dass sich Deutschland auf den Weg gemacht hat und sich bewirbt, löse einen wertvollen Diskurs in der Gesellschaft aus – einen Diskurs, den es sonst nicht geben würde, so die Expertin und die Experten auf dem Podium. Außerdem wurde deutlich: Es müsse auf den verschiedenen Ebenen alles dafür getan werden, dass Jüdinnen und Juden sicher in Deutschland leben und Sport treiben können.

 

Christopher Krähnert, Präsident der DOG Berlin: „Die Diskussion hat gezeigt, dass die Spiele 2036 gerade in unserem Land durchaus passend wären und eben nicht, wie von einigen behauptet, historisch verseucht – aus vielfacher Sicht eine Chance für Deutschland, unsere Gesellschaft und die Weltgemeinschaft.“

 

Unter den mehr als 70 Gästen des Abends waren auch Friedhard Teuffel (Direktor des Landessportbunds Berlin), Uly Köhler (Vizepräsident der Bundes-DOG), ehemalige Olympiasieger und -teilnehmer sowie Rudi Thiel. Der 98-jährige „Mister ISTAF“ berichtete eindrucksvoll von seinen Erlebnissen bei den Olympischen Spielen 1936, als er Jesse Owens laufen sah, und vom guten Ruf Berlins bei Sportlerinnen und Sportlern aus aller Welt.

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DOG-Talk Olympia 1936-2036 (FR, 19. Juni 2026)

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Veröffentlichung

Fr, 19. Juni 2026

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