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Lesung und Talk mit Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe

Am Ende ging es in die Verlängerung, 90 Minuten reichten nicht aus. So viel war zu reden, zu diskutieren, zu erfahren. Und das mit und von einem Gast, der nicht nur zweimal olympisches Gold gewonnen, sondern auch ein Buch veröffentlicht hat: Ronald Rauhe, jahrelang der beste Kanusportler Deutschlands. Bei Lesung und Talk „Olympia hautnah“ der Deutschen Olympischen Gesellschaft Berlin gab er Denkanstöße und sorgte für Inspiration. 

 

Ronald Rauhe selbst wurde einst durch die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona zum Leistungssport inspiriert. „Damals hat sich bei mir die Vision entwickelt, als Sportler bei Olympia dabei sein zu wollen“, so Rauhe. Ein Ziel, das er gleich sechsmal erreicht hat. Geholfen haben ihm dabei auch die Familie, seine Mutter, sein Vater und ganz besonders Opa Herbert. „Von ihm habe ich etwa gelernt, dass man auch verlieren können muss, wenn man gewinnen will. Fairness, Respekt gegenüber dem Gegner – all das hat er mir vermittelt. Dafür bin ich sehr dankbar“, blickt Ronald Rauhe zurück. 

 

Der Umgang mit Verlieren und Gewinnen sowie der Leistungsgedanke treiben ihn auch nach der aktiven Karriere an. „Leistung ist nichts Negatives und darf nicht verteufelt werden“, so Rauhe. In seinem Buch „In einem Boot – Warum Leistungssport so wichtig für die Gesellschaft ist“ bekennt er sich nicht nur zu Leistung, sondern will andere dazu auch ermutigen. Zum Beispiel zu Leistung im und durch Sport. Für ihn steht fest: „Sport muss mehr Bestandteil des Alltags werden, das fängt in der Schule an. Qualität und Quantität des Sportunterrichts müssen einfach besser werden." Und weiter sagt Rauhe: „Wir brauchen den Sport, um Werte, Teamfähigkeit und das Erreichen von Zielen zu lernen. Und vor allem lernen Kinder durch Sport auch Demokratie.“ Das DOG-Motto „Leistung macht Spaß“ sei genau richtig und müsse weiter vorangetrieben und verbreitet werden. 

 

Im Gespräch zwischen Publikum und dem ehemaligen Kanuten ging es um viele spannende Themen, die die Verantwortlichen im Sport bewegen. Das reicht von der Präsenz in den Medien über Wertschätzung und Sportförderung bis hin zum Gewinnen von Ehrenamtlichen. Und natürlich wurde auch über eine mögliche Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele gesprochen. Ronald Rauhe hat dazu eine ganz klare Meinung: „Deutschland sollte sich unbedingt bewerben, am besten mit Berlin. Allein schon die Bewerbung kann viel bewegen und ein Gemeinschaftsgefühl auslösen.“ 

 

Für Berlins DOG-Präsident Christopher Krähnert hat der Abend gezeigt, dass der Sport Botschafter wie Ronald Rauhe dringend braucht. „Aus seinem Leben als Leistungssportler bringt er eine enorme Expertise, viel Erfahrung und umfangreiches Wissen mit – und vor allem ist er offen für neue Ideen und Wege. Das tut dem Sport gut. Davon brauchen wir mehr!“

 

Moderiert wurde die Gesprächsrunde im Sportkomplex Berlin von Ina Czycykowski, Sport- und Gesundheitsjournalistin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg, im Rahmen ihres Ehrenamts als langjähriges Vorstandsmitglied des Berliner TSC. 

 

 

Fotoserien

Gesprächsrunde mit Ronald Rauhe (MI, 12. Februar 2025)

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Do, 13. Februar 2025

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